Uri Chanoch

„Wir hatten gedacht, dass wir schon alles bis zum Letzten erlebt hätten, und dass es nicht mehr schlechter kommen könne, aber wir hatten uns geirrt. Die Lager Kaufering, Landsberg, Utting und andere waren die Hölle im vollsten Sinn. Hier in Kaufering wurde uns alles genommen, auch die Seele.“ beschreibt Uri Chanoch seine Erfahrungen im Außenlager-System Kaufering in den Jahren 1944 und 1945.


Testimonial Uri Chanoch für Yad Vashem



Im Jahr 1928 in Kovno in Litauen geboren, wird er im August 1941 gemeinsam mit seiner Familie gezwungen in das dortige Ghetto zu ziehen. Nach der Liquidation des Ghettos im Juli 1944 wird die Familie nach Deutschland deportiert – ihre Wege trennen sich im KZ Stutthof. Uri Chanoch, sein Bruder und sein Vater werden nach Landsberg/Kaufering – Teil des Außenlager-Systems des KZ Dachau - weiter transportiert, seine Mutter und Schwester bleiben in Stutthof. Uri Chanoch sieht sie nie wieder. Sein kleiner Bruder Dani wird einige Tage nach der Ankunft in Kaufering gemeinsam mit weiteren Kindern nach Auschwitz deportiert. Auch sein Vater wird im Oktober 1944 dorthin transportiert, nachdem die Lebens- und Arbeitsbedingungen ihn gesundheitlich stark geschwächt hatten. In den Außenlagern von Landsberg/Kaufering stirbt in den letzten Kriegsmonaten jeder zweite der über 30.000 eingelieferten Häftlinge auf Grund der dort herrschenden Bedingungen.
Uri selbst verbleibt im Außenlagerkomplex Kaufering bis er im April 1945 mit einem „Evakuierungszug“ nach Dachau geschickt wird. Auf der Fahrt wird der Zug bombardiert. Er kann fliehen und sich verstecken – kurz darauf wird er von den Amerikanern befreit. 1946 betreten Uri Chanoch und sein Bruder Dani, der Auschwitz überlebt hatte, israelischen Boden. Er lebt immer noch dort.


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